Einsame Inseln (Cayes Belize)

Wenn man Belize hört, dann denkt man sofort an kleine weiße Paradies-Inseln. Die sogenannten Cayes sind ein wichtiger Teil dieses kleinen Landes. Nach der Ankunft in Belize habe ich jedoch von dieser Schönheit noch nicht viel gesehen. Alles, was sich mir offenbarte war eine kleine verschlafene Stadt, in der eine große Vielfalt verschiedener Kulturen zusammengefunden hat. Auf den Straßen riecht es nach Marihuana und wirklich jeder kann die Songs von Bob Marley mitsingen.

 

Da ich im südlichen Teil des Landes war, dachte ich, dass ich die Cayes nicht zu Gesicht bekommen würde. Doch schnell fand ich heraus, dass auch hier nur wenige Stunden entfernt eine Vielzahl von Inseln vor der Küste liegen. Teils bestehen sie aus Mangroven und sind weniger interessant. Viele jedoch bestehen aus weißem Sand, wenigen Palmen und sind umrandet von türkisfarbenem Wasser.

 

Das Interessante an den Cayes ist aber nicht nur über der Wasseroberfläche. Sobald man hier abtaucht, erblickt man eine vielfältige Flora und Fauna. Delfine und riesige Rochen, sowie einige Haiarten lassen sich hier beobachten. Gigantische Korallenriffe sind um die Cayes im lauwarmen Wasser entstanden. Für mich war schnell klar. Hier ist der perfekte Ort, um erstmalig zu schnorcheln.

Ein guter Freund bot mir an, mich mit seinem eigenen Boot zu den Cayes zu fahren. Dieses Angebot lehnte ich natürlich nicht ab. Am nächsten Morgen beluden wir in aller Frühe das Boot. Statt einer Angel vertraut er auf eine Harpune mit Aluminiumpfeil und auf eine Machete bei der Jagd.


Beim Auslaufen aus dem Hafen war es windig, der Himmel war schwarz und es drohte zu regnen. Ich zweifelte bereits, ob es richtig war, heute zu fahren. Mein Freund hingegen war sich sicher, dass das Wetter später besser werden würde.

 

Nach einer einstündigen Fahrt sahen wir am Horizont die ersten Inseln. Eine Stunde später waren wir nur noch wenige hundert Meter von ihnen entfernt. Das Wetter klarte auf, und das dunkelblaue Wasser verwandelte sich schlagartig in türkisblau. Als ich auf die Wasseroberfläche schaute, bemerkte ich zu meiner Verwunderung, dass das Wasser nur etwa einen Meter tief ist.

 

Mein Freund entschied, dass hier der perfekte Ort sei, um die ersten Schritte zu machen, was das Schnorcheln angeht. Schnell war die Ausrüstung angelegt. Unter Wasser wies er mich in die Schnorcheltechnik ein. An einem kleinen Beispiel zeigte er mir den richtigen Gebrauch der Harpune. So war es mir bis zum Ende des Tages möglich, meinen ersten Fisch zu harpunieren.

 

Nach einer Stunde im Wasser wollten wir zur ersten Insel. Das Moho Caye: Weißer Sand, vier Holzhütten und ein kleiner Palmenwald.


Als wir anlegten und ich den ersten Fuß ins Wasser setzte, konnte ich kaum fassen, was sich mir offenbarte. Am Grunde des Wassers lagen zahlreiche Seesterne, der Sand war weich und das Wasser angenehm warm. Auf der Insel öffneten wir Kokosnüsse und tranken den erfrischenden Saft.

 

Im Laufe des Tages genossen wir das Wetter und schipperten von Insel zu Insel. Am Folgetag wiederholten wir diesen Trip. Was man sonst nur im Fernsehen sieht, war auf einmal Wirklichkeit.

Jedoch war mir nach diesen Ausflügen klar. Es war Zeit weiter zu ziehen, denn es gibt noch viel mehr schöne Orte und die Zeit ist knapp.